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Brot statt Böller

"Brot statt Böller", so heisst eine Aktion, die jährlich dazu aufruft, an Silvester auch an diejenigen zu denken, die nichts zu feiern haben. Statt Böller zu kaufen solle man dann doch lieber das Geld für einen guten Zweck spenden. In dieser Logik erfolgten vor einigen Tagen ebenfalls Aufrufe von Seiten verschiedener Politiker und Fernsehsender in Bezug auf das Erdbeben in Südostasien.

Das neue Jahr hat begonnen; Sylvester wurde ausgiebig gefeiert, Sekt ist geflossen, Nahrungsmittel wurden verspeist, die Böller sind längst verschossen, die Glückwünsche ausgesprochen. Was bleibt sind die Probleme, die alten und die neueren.

Naturkatastrophen wie das verheerende Seebeben in Südostasien können die Menschheit immer heimsuchen. Von dieser Katastrophe mal abgesehen, sterben jährlich immer noch Millionen Menschen an Krankheiten und Armut. Kriege kommen noch dazu. Elend gibt es noch immer viel zuviel auf Erden.

Angesichts der vielfachen Aufrufe, keine Böller zu verschiessen und stattdessen das Geld für Notleidende zu spenden, haben sich sicherlich viele dieser Anregung angeschlossen. Dies ist auch gut so. Aber eins vorweg, es geht uns nicht darum, jemandem seinen Sylvesterspass zu vermiesen, oder gar ein schlechtes Gewissen einreden zu wollen, weil er oder sie dieses Jahr wieder Böller verschossen hat. Die Böller sind weg und an dieser Tatsache ist nun auch nichts mehr zu ändern. Auch könnte man ganz anders argumentieren: Was für die einen die Böller sind, sind für andere vielleicht Froschschenkel, Kaviar, Gänseleber, Alkohol und Zigaretten, usw ...
Ebenfalls alles überflüssige Dinge?

Katastrophen, die grosse Teile der Menschheit betreffen, so schlimm sie auch sind, können dennoch eine Chance sein, die Völker näher zu bringen. Trotz allem Übel, oder gerade eben deswegen: Sie zeigen uns doch auf, dass wir alle im selben Boot sitzen. Es gibt nur eine Erde, und das allerwenigste, was wir brauchen, ist uns gegenseitig zu bekriegen, denn es gibt schon genug Probleme so. Es wird noch lange dauern bis alle Völker dieser Erde friedlich miteinander leben und ihre Probleme gemeinsam angehen werden, ohne dass einige Völker sich das Recht herausnehmen, andere
auszugrenzen und sich auf deren Gesundheit und Leben zu bereichern.

Solidarität, Mitgefühl, Toleranz und Unterstützung sind mehr denn je gefragt.
In diesem Sinne ein fröhliches und glückliches neues Jahr.

Das Team von Ethnobotanik.lu.

ethnobotanik.lu (02/01/2005)